Dudelsack & Steirische:

Österreich beim 18. Internationalen Dudelsackpfeifer-Festival in Strakonice von 21. bis 23. August 2008

 

Der Dudelsack war bis zum 19. Jahrhundert ein Fixum in der gesamten Volksmusik des Donauraumes, auch in Österreich. Dank der Bemühungen Rudolf Lughofers aus Kremsmünster ist dieses Instrument, das typologisch identisch mit dem der Böhmen ist, seit etwa 20 Jahren wieder zu neuem Leben erwacht und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

 

Vor allem mit Geige und Klarinette wird der Dudelsack in der traditionellen Volksmusik gerne kombiniert – ein Duo mit der Steirischen Harmonika ist jedoch nach wie vor selten anzutreffen. Dies hat seinen Grund mitunter darin, dass es seinerzeit hauptsächlich die leicht zu handhabende Harmonika war, die dem häufig schwierig zu wartenden und stimmenden Dudelsack zunehmend den Boden entzog. Außerdem ist die Steirische häufig lauter als der Dudelsack, der ja nur mit zwei Pfeifen arbeitet. Beim diesjährigen 18. Internationalen Dudelsackpfeifer-Festival wurde jedoch ebendieses Duo zur Hauptbegleitmusik der „Brauchtumsgruppe Strasswalchen“. Michael Vereno, der seit seinem 10. Lebensjahr den böhmisch-österreichischen Dudelsack, mundartlich einst und jetzt „Bock“ genannt, spielt, bildete dabei die eine Hälfte des Ensembles, Roland Mayer mit der vierreihigen Harmonika die andere. Geleitet wurde die gesamte Teilnahme durch Dr. Helga Vereno, Michaels Mutter, mit der er gemeinsam bis vor einigen Jahren das „Hümmelchen Duo“ („Hümmelchen“ ist der Name eines kleinen Dudelsacks aus der Renaissance) bildete, das heute mit wechselnden Gästen in Form der „Salzburger Bockspiele“ seine Fortsetzung findet.

 

Die Gruppe, bestehend aus den schon genannten Musikanten, Helga Vereno und Sonja Gugg als Sängerinnen und Drehleierspielerinnen, Johannes Franz, dem Salzburger Hanswurst sowie 13 Tanzpaaren der Brauchtumsgruppe Strasswalchen unter der Leitung von Erwin Eder, Senior und Junior,  traf am Tag vor Beginn des Festivals in der Stadt Strakonice ein. Dort wird seit 1967 das internationale Dudelsackfestival mit  Sackpfeifern aus aller Herren Länder veranstaltet, das im 2-Jahres-Rhythmus bis zu siebenhundert Mitwirkende anlockt.

 

Am Donnerstag Abend folgte nach einem Umzug der teilnehmenden Ensembles vom Haus der Kultur zur mittelalterlichen Burg Strakonice und der Begrüßung durch Bürgermeister Pavel Vondrýs der erste Auftritt der österreichischen Gruppe. Vor dem hauptsächlich tschechischen Publikum sowie den Gast-Gruppen aus Schottland, England, Deutschland, Frankreich, der Türkei, Lettland, Polen, Spanien, Bulgarien, Slowenien und den Niederlanden trug die Gruppe einen Jodler vor und lieferte mit dem Tanz des „Kaiserboarischen“ aus

M. Verenos Feder einen ersten Vorgeschmack auf das Programm der kommenden Tage.

 

Weitere Auftritte der österreichischen Gruppe fanden am Freitag im Burghof des Strakonicer Schlosses statt , am Samstag im Hauptabendprogramm auf der großen Sommerbühne und am Sonntag im Rahmen des Großen Galakonzerts mit Reprise, das immer das Ende des Festivals darstellt.

 

Das Publikum zeigte sich von den österreichischen Darbietungen begeistert und dankte mit viel Applaus.

 

 

Michael Vereno

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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